Kühlen mit Wärmepumpe bei Fußbodenheizung und Deckenheizung
Dieselben Flächen, die im Winter heizen, kühlen im Sommer – wenn die Regelung Umschaltung, Raumbedarf und Taupunkt gleichzeitig im Griff hat.
Bei Wärmepumpen wird eine Fußbodenheizung häufig zum Heizen und Kühlen benutzt. Dadurch stellen sich schwierige Anforderungen an die Steuerung und Regelung. Dasselbe gilt bei Kühldecken. Smart-Heat-OS ist marktweit die einzige Regelung, die diese schwierigen Bedingungen meistert und alle wichtigen Einflüsse berücksichtigt.
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Zur Übersicht: Alle FunktionenKühlen ist nicht Heizen mit umgekehrtem Vorzeichen.
Sobald kaltes Wasser durch die Flächen läuft, gelten andere Regeln: Die Einzelraumregelung muss sich umdrehen, die Wärmepumpe muss zum richtigen Zeitpunkt mitziehen – und beides muss zusammenpassen. Genau daran scheitern die meisten Anlagen.
Die Räume regeln in die falsche Richtung
Arbeitet eine Wärmepumpe im Kühlmodus, muss gleichzeitig auch die Raumregelung im Kühlmodus – also invertiert – arbeiten: Das Ventil muss öffnen, wenn der Raum zu warm ist, und schließen, wenn er zu kalt wird. Eine gewöhnliche Einzelraumregelung tut genau das Gegenteil. Das Ergebnis sind Räume, die nie gekühlt werden – oder Ventile, die von Hand dauerhaft offen gehalten werden und die Regelung damit ganz aushebeln.
Der Wärmepumpenregler schaut zurück
Wärmepumpenregler haben üblicherweise eine einstellbare Kühlgrenze: Überschreitet die gemittelte Außentemperatur diesen Wert, schaltet die Wärmepumpe auf Kühlen. Weil dem Regler dabei Informationen aus der Wettervorhersage fehlen, führt das oftmals nur zu einem sehr unbefriedigenden Ergebnis: Umgeschaltet wird, wenn die Hitze längst im Haus steckt – oder mitten in einer Kaltphase.
Und über allem steht der Taupunkt
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft bei einer bestimmten Feuchtigkeitsmenge gesättigt ist und beginnt zu kondensieren. Wird eine Kühlfläche kälter als der Taupunkt der Raumluft, bildet sich Kondenswasser auf Boden oder Decke – mit dem Risiko von Schimmel und Schäden an der Bausubstanz. Eine Flächenkühlung entfeuchtet die Raumluft nicht; sie senkt nur die Temperatur. Deshalb ist die Feuchte im Raum die eigentliche Grenze der Kühlleistung – und keine Größe, die man einmal einstellt und dann vergisst.
Betriebsart pro Raum – heizen, aus oder kühlen
Grundlage ist das Modul Betriebsarten: Nach seiner Aktivierung lässt sich für jeden Raum einzeln festlegen, ob er heizt, aus ist oder kühlt. Im Kühlmodus arbeitet die Einzelraumregelung automatisch invertiert – der Stellantrieb öffnet, wenn die Raumtemperatur zu hoch ist, und schließt, wenn sie zu niedrig ist.
Für den Kühlbetrieb müssen die Stellantriebe deshalb weder umgebaut noch dauerhaft geöffnet werden. Die Umkehr passiert in der Software. Dauerhaft offene Ventile würden die Einzelraumregelung im Gegenteil außer Kraft setzen – und genau den Schutz aushebeln, den es beim Kühlen braucht.
Umgeschaltet wird für alle Räume auf einmal oder gezielt für einzelne – und je nach Anlage von Hand, zeitlich vorausschauend oder im Gleichtakt mit der Wärmepumpe.
Anleitung: Betriebsarten heizen und kühlen
Modul Betriebsarten: Ganz oben schaltet die Zeile „Alle“ das komplette Haus, darunter lässt sich jeder Raum einzeln auf kühlen, aus oder heizen stellen.
Raumweise statt pauschal
Schlafräume dürfen schon bei kühleren Außentemperaturen in den Kühlbetrieb gehen, während der Rest des Hauses noch auf „aus“ steht und erst später hinzukommt. Einzelne Räume lassen sich über die Raumauswahl auch ganz von der Kühlung ausnehmen. Widersprechen sich mehrere Umschaltpunkte, gilt die Rangfolge kühlen vor aus vor heizen.
Details im Support-CenterAutomatisch, mit Blick nach vorn
Statt auf einen Rückblick-Mittelwert zu warten, schaltet Controme anhand der Wettervorhersage um: Über das Modul Wetter PRO wird eine Prognosebedingung definiert – etwa eine durchschnittliche Außentemperatur über 20 °C in den nächsten 48 Stunden – und über die frei programmierbare Steuerung als Auslöser für die Umschaltung verwendet.
Mehr zur WettervorhersageDie Wärmepumpe zieht mit
Hat die Wärmepumpe einen potentialfreien Eingang für die Betriebsart, schaltet Controme sie über einen Ausgang direkt um. Meldet sie ihren Kühlbetrieb stattdessen über einen Change-Over-Kontakt, wird dieser auf einen Universaleingang gelegt und mit der Umschaltbedingung verknüpft. Auch digitale Signale und Modbus-Abfragen sind übliche Wege.
Mehr zur Wärmepumpen-OptimierungEhrlich gesagt: Im Kühlbetrieb regelt Controme schlanker
Die Einzelraumregelung im Kühlmodus arbeitet ohne einen Teil der Funktionen, die Controme beim Heizen einsetzt: Die Rücklaufsensoren fließen nicht in die Regelung ein. Die eingestellten Maximalöffnungen der einzelnen Ventile werden berücksichtigt, aber nicht wie im Heizbetrieb über den dynamischen hydraulischen Abgleich (DHA) laufend nachgeführt. Die volle Regeltiefe von FloorCore™ entfaltet sich im Heizbetrieb – also dort, wo der Löwenanteil der Energie anfällt.
Die Grenze, an der Kühlen entschieden wird.
Wie kalt der Vorlauf sein darf, entscheidet nicht der Wunsch nach Kühle, sondern die Feuchte in den Räumen. Controme rechnet deshalb raumweise mit – und regelt die Kühlung zurück, bevor es kritisch wird.
Raumweise Taupunktüberwachung
Aus Raumtemperatur und relativer Luftfeuchte berechnet Controme den Taupunkt für jeden Raum einzeln. Relevant ist ein Raum dabei nur, solange sein Ventil offen ist – also tatsächlich Kühlung eingetragen wird. Über alle relevanten Räume bildet das System das Maximum: Der feuchteste mitkühlende Raum bestimmt, wie kalt der Vorlauf werden darf.
Nähert sich der Vorlauf dieser Grenze, passt die Regelung die Kühlleistung rechtzeitig an – über die Vorlauftemperatur oder den Durchfluss – oder stoppt die Kühlung, bevor der Taupunkt an der Fläche unterschritten wird.
Räume mit typischen Feuchtespitzen – allen voran das Bad – lassen sich als ausweichende Räume führen: Steigt dort die Feuchte, schließt gezielt nur dieses eine Ventil. Der Rest des Hauses kühlt ungestört weiter, statt dass eine Dusche die Kühlung im ganzen Gebäude ausbremst.
Sicherheit in Schichten
Kondensatschutz ist nichts, was man auf eine einzige Karte setzt.
1. An der Wärmepumpe: eine fest eingestellte minimale Kühl-Vorlauftemperatur, die im normalen Wohnklima über dem Taupunkt liegt.
2. In den Räumen: die raumweise Taupunktüberwachung von Controme, die einzelne Ventile schließen und den Vorlauf anheben kann.
3. Zusätzlich: Controme empfiehlt ausdrücklich, eine konventionelle Taupunktüberwachung zu installieren – sie bleibt die unabhängige Rückfallebene.
Wo ein Feuchtesensor nötig ist
Gemessen wird dort, wo gekühlt wird. Räume, deren Kühlventile ohnehin geschlossen bleiben – typischerweise der Keller –, fallen automatisch aus der Berechnung und brauchen keinen Sensor. Räume, die zwar gekühlt werden, aber keinen eigenen Feuchtesensor haben, lassen sich aus der Überwachung ausklammern: Sie werden normal mitgekühlt, nur eben ohne lokale Messung.
Nachrüsten im Bestand
Viele Raumsensoren und Raumcontroller gibt es in einer Ausführung mit Luftfeuchtemessung. Soll eine bestehende Anlage kühlen, werden die Sensoren in den zu kühlenden Räumen gegen die Luftfeuchte-Variante getauscht – erst damit kann das System den Taupunkt je Raum berechnen. Alternativ übernimmt der Wärmepumpenhersteller den zentralen Kondensatschutz mit eigenen Taupunktfühlern.
Was Flächenkühlung leistet
Flächenkühlung ist eine stille Kühlung, keine Klimaanlage: kein Luftzug, kein Geräusch – aber auch keine Entfeuchtung. In der Praxis lässt sich die Raumtemperatur gegenüber einem ungekühlten Gebäude im Durchschnitt um etwa 2 bis 4 Grad absenken, abhängig von Verschattung und Dämmstandard. Wer die Räume auf Klimaanlagen-Niveau herunterkühlen will, treibt vor allem die relative Luftfeuchte nach oben.
Auch die Hydraulik muss zum Kühlen passen
Ein Pufferspeicher, der Kälte zwischenspeichern soll, muss dafür baulich freigegeben und diffusionsdicht isoliert sein – sonst schlägt sich das Kondensat am Speicher selbst nieder. Sind Heiz- und Brauchwasser in einem gemeinsamen Speicherkörper untergebracht, ist Kältespeicherung ohnehin keine Option; dann führt ein Umschaltventil den Heizkreis im Kühlbetrieb vollständig am Speicher vorbei. Solche Punkte klären wir in der Projektberatung, bevor gebaut wird.
Was der Kühlbetrieb im Alltag bringt
Ganzjahres-Komfort mit den vorhandenen Flächen: Fußboden‑, Wand- und Deckenflächen kühlen im Sommer, ohne dass zusätzliche Geräte in die Räume müssen – lautlos und zugfrei.
Umschaltung ohne Handgriffe: Räume und Wärmepumpe wechseln gemeinsam die Betriebsart – auf Basis der Wetterprognose statt eines Rückblick-Mittelwerts. Im Herbst geht es genauso automatisch zurück.
Raumweise Kühlanforderung: Gekühlt wird, wo es zu warm ist. Räume, die kühl bleiben sollen – oder gar nicht gekühlt werden dürfen –, bleiben außen vor.
Kondensatschutz mit Augenmaß: Statt die Kühlung pauschal früh abzuwürgen, rechnet Controme raumweise und nimmt gezielt den Raum heraus, der gerade zu feucht ist.
Kein Umbau der Stellantriebe: Die Umkehr der Regelrichtung passiert in der Software. Die Anlage bleibt im Winter genau die, die sie war.
Ein System, eine Oberfläche: Heizen, Kühlen, Warmwasser und Heizraum laufen über dieselbe Regelung – mit denselben Auswertungen und derselben App.
Ehrlich geplant statt schön gerechnet
Flächenkühlung nimmt der Sommerhitze die Spitze – sie ersetzt keine Klimaanlage. Wir sagen Ihnen vor der Kaufentscheidung, was Ihr Gebäude hergibt, welche Sensorik der Taupunktschutz braucht und wo die Hydraulik anzupassen ist.
Alles greift ineinander
Jede Regelung ist Teil eines Gesamtsystems: Die zentrale Heizungsregelung kennt die Räume, das Wetter und die Nutzungszeiten — und stimmt alle Komponenten aufeinander ab.
Regelung und Wärmeerzeugung
Bedienen und Anbinden
Häufige Fragen
Wie stark kühlt eine Fußboden- oder Deckenkühlung wirklich?
Sie nimmt der Hitze die Spitze, sie ersetzt keine Klimaanlage. In der Praxis lässt sich die Raumtemperatur gegenüber einem ungekühlten Gebäude im Durchschnitt um etwa 2 bis 4 Grad absenken – wie viel es im Einzelfall ist, hängt stark von Verschattung und Dämmstandard ab. Dafür arbeitet die Flächenkühlung völlig lautlos und ohne Zugluft. Wichtig zu wissen: Sie entfeuchtet die Raumluft nicht. Wer die Räume deutlich tiefer herunterkühlt, treibt vor allem die relative Luftfeuchte nach oben – das Klima wird schwül statt angenehm, und der Abstand zum Taupunkt schrumpft.
Muss ich für den Kühlbetrieb die Stellantriebe umbauen?
Nein. Im Kühlmodus arbeitet die Einzelraumregelung invertiert: Der Stellantrieb öffnet, wenn die Raumtemperatur zu hoch ist, und schließt, wenn sie zu niedrig ist. Das erledigt die Software – die Antriebe müssen weder gegen andere Modelle getauscht noch dauerhaft geöffnet werden. Dauerhaft offene Ventile wären sogar kontraproduktiv: Sie setzen die Einzelraumregelung außer Kraft und damit auch den raumweisen Kondensatschutz.
Wie schützt Controme vor Kondenswasser auf Boden oder Decke?
Controme berechnet den Taupunkt aus Raumtemperatur und relativer Luftfeuchte für jeden Raum einzeln. In die Bewertung geht ein Raum nur ein, solange sein Ventil offen ist – also tatsächlich gekühlt wird. Aus allen relevanten Räumen bildet das System das Maximum; dieser Wert begrenzt, wie kalt der Vorlauf werden darf. Wird es eng, hebt die Regelung die Vorlauftemperatur an, drosselt den Durchfluss oder stoppt die Kühlung.
Wir empfehlen ausdrücklich, den Schutz mehrstufig aufzubauen: eine an der Wärmepumpe fest eingestellte minimale Kühl-Vorlauftemperatur, die raumweise Überwachung durch Controme – und zusätzlich eine konventionelle Taupunktüberwachung als unabhängige Rückfallebene.
In welchen Räumen brauche ich einen Sensor mit Luftfeuchtemessung?
In den Räumen, die tatsächlich gekühlt werden. Bleiben die Kühlventile eines Raums ohnehin geschlossen – typischer Fall: Keller –, fällt er automatisch aus der Berechnung und braucht keinen Sensor. Ein Raum, der gekühlt wird, aber keinen eigenen Feuchtesensor hat, lässt sich aus der Überwachung ausklammern: Er wird ganz normal mitgekühlt, nur ohne lokale Messung; die Vorlauftemperatur bestimmen dann die überwachten Räume.
Eine Ausnahme sind Räume mit Feuchtespitzen wie das Bad. Damit dort im Bedarfsfall nur das eine Ventil schließt, statt das ganze Haus auszubremsen, braucht dieser Raum zwingend eine eigene Feuchtemessung. Ohne Sensor im Bad sind Kühlung und genereller Kondensatschutz zwar gegeben – nach dem Duschen muss aber von Hand gelüftet werden.
Wie kommt die Wärmepumpe in den Kühlbetrieb – und wer schaltet um?
Das hängt davon ab, was die Wärmepumpe anbietet. Hat sie einen potentialfreien Eingang zur Betriebsart-Umschaltung, legt Controme diesen auf einen Ausgang und schaltet sie direkt um. Meldet sie ihren Kühlbetrieb stattdessen über einen Change-Over-Kontakt, wird dieser an einen Universaleingang angeschlossen und mit der Umschaltbedingung verknüpft. Auch digitale Signale und Modbus-Abfragen sind übliche Wege.
In der Praxis hat es sich bewährt, die Umschaltung von der Wärmepumpe führen zu lassen und Controme damit zu synchronisieren – die Wärmepumpe schaltet taupunktverträglich um. Umgekehrt bringt Controme das ein, was dem Wärmepumpenregler fehlt: den Blick auf die Wettervorhersage über das Modul Wetter PRO und die frei programmierbare Steuerung.
Was ist der Unterschied zwischen passiver und aktiver Kühlung?
Bei der passiven Kühlung – möglich bei Sole-Wärmepumpen – bleibt der Verdichter aus; es laufen nur die Umwälzpumpen, die die kühle Erdreichtemperatur in die Flächen bringen. Das ist die sparsamste Variante und funktioniert ohne Wärmepumpen-Freigabe: Die Einzelraumregelung arbeitet im Kühlmodus, die Wärmepumpe selbst bereitet parallel nur Warmwasser. Bei der aktiven Kühlung läuft der Verdichter im Kühlbetrieb mit und erzeugt die Kälte selbst – entsprechend mehr Kühlleistung, aber auch entsprechender Stromverbrauch. Für die Einzelraumregelung ändert sich dabei nichts: Sie arbeitet in beiden Fällen invertiert und mit Taupunktüberwachung.
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