Controme Wärmepumpensystem:
Planungshinweise
Diese Seite informiert über die Einschätzungen von Controme rund um die Themen Dimensionierung, Hydraulik und Speicherplanung. Wichtig gleich vorweg: Das Controme-Wärmepumpensystem ist hochflexibel und kann grundsätzlich mit allen hydraulischen Schemen arbeiten. Unsere Empfehlungen zielen auf maximale Effizienz, Langlebigkeit und die optimale Ausnutzung günstiger Betriebsmöglichkeiten ab.
Wichtig vorab: Im Dialog mit Ihrem Fachbetrieb
Uns ist bewusst, dass jedes Gebäude und jedes Projekt individuelle Lösungen erfordert. Daher sind die nachfolgenden technischen Hinweise keine starren Dogmen, sondern unsere vorrangigen Standardempfehlungen für eine maximale Systemeffizienz. Generell obliegt es stets der gemeinsamen Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem installierenden Fachbetrieb, welche Variante final gewählt wird. Besprechen Sie diese Empfehlungen offen mit Ihrem Heizungsbauer – er ist der Experten vor Ort und entscheidet gemeinsam mit Ihnen über die optimale Umsetzung.
Dimensionierung der Wärmepumpe
Warum eine etwas großzügigere Dimensionierung meistens sinnvoll ist.
Wärmepumpen arbeiten effizienter, leiser und materialschonender, wenn sie nicht dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze betrieben werden. Hinzu kommt, dass es rund um Wärmepumpen immer wieder besonders günstige Zeitfenster für die Wärmeerzeugung gibt – etwa bei hohem PV-Ertrag, variablen Stromtarifen oder günstigen Außentemperaturen. In genau diesen Phasen ist es von Vorteil, wenn die Anlage möglichst viel Leistungsreserve hat.
Als grobe Orientierung empfehlen wir, die Wärmepumpe mindestens eine Nummer größer zu wählen. Natürlich kann auch eine knapp dimensionierte Wärmepumpe ein Kompromiss sein, wenn das Budget begrenzt ist. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass dann besonders bei kalten Außentemperaturen etwas weniger Spielraum bleibt, um günstige Zeitfenster für Optimierungen voll auszunutzen.
Moderne Modulationstechnik
Die frühere Sichtweise, Wärmepumpen möglichst knapp auszulegen, stammt aus einer Zeit, in der Geräte noch deutlich weniger flexibel modulieren konnten. Moderne Wärmepumpen können ihre Leistung heute in vielen Fällen weit herunterregeln. Dadurch sind auch bei etwas großzügigerer Auslegung lange und effiziente Laufzeiten gut erreichbar.
Günstige Energie gezielt nutzen
Strompreise, PV-Erträge und Außentemperaturen schwanken im Tagesverlauf teils massiv. Eine leistungsstärkere Wärmepumpe kann genau in diesen Phasen Wärme auf Vorrat produzieren, wenn die Bedingungen am besten sind. In Verbindung mit einer intelligenten Steuerung entstehen hier enorme Einsparpotenziale, die Ihre Betriebskosten drastisch senken können.
Leiserer und materialschonender Betrieb
Wenn eine Wärmepumpe seltener an ihrer absoluten Leistungsgrenze arbeiten muss, führt das direkt zu einem deutlich leiseren Betrieb. Zudem wird der Verdichter massiv entlastet, was den Verschleiß minimiert und die Lebensdauer der gesamten Anlage spürbar verlängert.
Controme Fazit
Die Investition in eine leistungsstärkere Wärmepumpe (mind. 1 Größe mehr) in Kombination mit der intelligenten Steuerung ist der beste Weg, um Betriebskosten zu senken und die Lebensdauer der Hardware zu verlängern.
Pufferspeicher: Ja oder Nein?
Die Standardempfehlung von Controme für das Einfamilienhaus.
Ein kompletter Verzicht auf einen Pufferspeicher ist eine nachvollziehbare Entscheidung, die Controme vollauf unterstützt (spart Platz und Kosten und läuft sehr effizient). Unter Abwägung aller Faktoren schlägt das Pendel bei Controme jedoch in Richtung Pufferspeicher aus.
Die Vorteile mit Puffer
Durch die schaltbare Controme-Hydraulik kann der Puffer stufenlos genutzt, überbrückt oder in Reihe geschaltet werden. Dadurch wird jeder übliche Nachteil eines Pufferspeichers komplett eliminiert und gleichzeitig jeder systemische Vorteil voll ausgeschöpft. Taktungen reduzieren sich und die Abtau-Energie wird nicht dem Estrich entzogen.
Klare Empfehlung: Die 2‑Speicher-Lösung
Controme empfiehlt im Standardfall eine Trennung von Warmwasserspeicher und Heizungs-Pufferspeicher.
- Kosten & Effizienz: Meist deutlich günstiger als komplexe 1‑Speicher-Lösungen.
- Temperaturtrennung: Brauchwasser und Heizung lassen sich viel sauberer trennen.
- Kühlfunktion: Nur bei Trennung kann der Puffer im Sommer effizient zum Kühlen genutzt werden.
Art & Dimensionierung: Warum einfache Puffer besser sind
Controme empfiehlt den Einsatz von einfachen, gut isolierten „normalen“ Pufferspeichern. Schichtspeicher sollten vermieden werden – sie sind unnötig teuer und könnten im Zusammenspiel mit Controme sogar ein wichtiges Einsparpotential blockieren.
Kostenvorteil nutzen: Normale Pufferspeicher sind in der Anschaffung meist deutlich günstiger. Dieses Budget lässt sich oft sinnvoller für mehr Speichervolumen oder eine größere Wärmepumpe verwenden.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit PV-Anlage empfehlen wir ein Puffer-Volumen von 300 bis 800 Litern, gerne auch 1.000 Liter. Da Standardpuffer eher günstig sind, lohnt es sich hier, ein bis zwei Nummern größer zu wählen, wenn der Platz das erlaubt.
Schichtspeicher blockieren in der Regel einen effizienten Betriebsmodus
Die Controme-Steuerung bietet verschiedene Betriebsmodi, darunter auch die Verschaltung des Puffers „in Reihe“ in den Rücklauf. Das ist oftmals der effizienteste Betriebszustand: Er sorgt für eine deutliche Laufzeitverlängerung und ermöglicht es in gewissem Rahmen, Energie zu speichern, ohne dass die Wärmepumpe höhere, ineffiziente Temperaturen produzieren muss. Diese dynamische Nutzung löst eine thermische Schichtung im Puffer naturgemäß auf. In dem Moment, in dem eine Anlage zwingend auf Schichtung achten muss, nehmen Sie sich diese enormen Effizienzvorteile!
Dynamische Speicherhydraulik
Um die Vorteile aller gängigen Hydraulikschemata in einem System zu vereinen, setzt Controme erstmals auf eine intelligent und vollautomatisch umschaltende Speicherhydraulik. Damit wird je nach Betriebssituation automatisch genau das Hydraulikschema aktiviert, das in diesem Moment energetisch und funktional am sinnvollsten ist. Das ist ein echter technologischer Durchbruch und in dieser Form eine Revolution in der Heizungsbranche.
Vollständiger Bypass
Wenn keine Pufferung nötig ist, wird der Pufferspeicher beim WP-Betrieb komplett überbrückt. Vermeidet Temperaturverluste (> 5 Kelvin) und steigert die Effizienz der Wärmepumpe um über 10 %.
Reihenschaltung
Der Puffer wird „in Reihe“ in den Rücklauf geschaltet. Die WP kann bei günstigen Strompreisen viel länger auf einem niedrigen, hocheffizienten Temperaturniveau laufen (Laufzeitverlängerung).
Parallelschaltung
Bei massiv günstigem Strom/PV-Überschuss wird Wärme gezielt in den Puffer geleitet. Die Steuerung überheizt ausschließlich den Puffer („Wärmebatterie“), ohne das Haus unkontrolliert aufzuheizen.
Reiner Entladebetrieb
Ist der Strom teuer, bleibt die Wärmepumpe aus. Die Heizkreise werden in dieser Stellung ausschließlich aus dem zuvor beladenen Pufferspeicher versorgt.
Stufenlose Teilüberbrückung
Ein massiver Vorteil: Die Steuerung kann den Puffer stufenlos nur teilweise dazuschalten. Dadurch reagiert selbst ein 1000-Liter-Puffer bei Bedarf agil.
Fazit zur Hydraulik: Controme eliminiert sämtliche Nachteile eines klassischen Pufferspeichers und macht ihn zu einem intelligent nutzbaren Energiespeicher, der sich exakt an Wetter, PV-Ertrag und variable Strompreise anpasst.
Anlagen ohne Puffer
Optimaler Betrieb ohne Puffer
Entscheidet man sich gegen einen Pufferspeicher, verfügt Controme über spezielle Software-Funktionen, die genau für diese hydraulisch anspruchsvolle Betriebsweise bestmöglich optimieren.
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Sicherstellung des Mindestdurchflusses: Bei herkömmlichen Einzelraumregelungen kann es passieren, dass alle Ventile komplett geschlossen sind und die Wärmepumpe trotzdem weiter versucht, ihre Wärme „loszuwerden“ – bis hin dazu, dass sie auf Störung schaltet. Da Controme die Einzelraumregelung mit der Wärmepumpe „synct“, kann dieser Fall effektiv verhindert werden.
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Energie für den Abtauvorgang (Defrost): Luft-Wasser-Wärmepumpen vereisen im Winter. Ohne Pufferspeicher muss die Energie für den Abtauvorgang dem Estrich entzogen werden. Controme stellt sicher, dass beim Abtauvorgang genügend Kreise geöffnet sind, um Störungen zu vermeiden.
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Vermeidung von Takten: Auch ohne Pufferspeicher sorgen spezielle Funktionen in Controme bestmöglich dafür, dass die Wärmepumpe so wenig wie möglich taktet. Das reduziert ständiges Ein- und Ausschalten, entlastet das System und unterstützt einen ruhigen und wirtschaftlichen Betrieb.
Kühlen mit Wärmepumpe
Planungsvorgaben für Speicher, Bypass und den automatischen Taupunktschutz bei sanfter Bodenkühlung.
Getrennte Speicher („Kühlspeicher“)
Controme empfiehlt dringend die 2‑Speicher-Lösung. Der Puffer muss baulich zwingend für das Kühlen geeignet (diffusionsdicht isoliert) und als Kühlspeicher freigegeben sein.
Vorteil: Der Puffer kann im Sommer genutzt werden, um Kühlenergie vorzuproduzieren. Das sorgt für eine essenzielle Laufzeitverlängerung der WP und schont die Anlage.
Kombispeicher zwingend überbrücken
In einem Schicht-/Hygienespeicher kann logischerweise keine Kälte gepuffert werden (würde das Brauchwasser auskühlen). Laufzeitverlängerung ist hier ausgeschlossen.
Zwingende Vorgabe: Es muss absolut sichergestellt werden, dass im Kühlmodus ein separates Umschaltventil den Heizkreis-Rücklauf komplett am Speicher vorbeiführt (Bypass).
Sicherheit im Wohnraum: Taupunktüberwachung
Ein entscheidendes Feature der Controme-Steuerung beim Kühlen ist die integrierte, raumweise Taupunktüberwachung. Diese schützt das Gebäude in Echtzeit zuverlässig vor Kondensatbildung am Boden. Marktweit einzigartig: An heißen Sommertagen kann Controme die Kühlleistung bei Bedarf wirklich maximal ausreizen. Das System regelt die Wärmepumpe dann exakt am berechneten Taupunkt entlang, ohne diesen jemals zu unterschreiten, und bringt so das absolute Maximum an sicherer Kühlenergie ins Haus.
Warmwassersysteme im Vergleich
Für die reine Steuerungslogik von Controme ist es eher zweitrangig, welche Erwärmungsart gewählt wird – die Anlage sieht primär einen Wärmespeicher. Wir machen hier keine harten Vorgaben, sondern zeigen lediglich konzeptionelle Tendenzen auf.
Die 3 Varianten im Controme-Vergleich
1. Puffer + externe FriWa
Nur Heizungswasser im Speicher, Trinkwasser wird beim Zapfen über externe Frischwasserstation im Durchlauf erwärmt.
- Sehr hygienisch
- Aufwendiger, zusätzliche Technik
2. Wellrohr-Hygienespeicher
Speicher enthält Heizwasser, Trinkwasser wird beim Zapfen durch ein integriertes Edelstahl-Wellrohr erwärmt.
- Kompakt & hygienisch
- Begrenzte Schüttleistung
3. Klassischer Boiler
Das Trinkwasser wird direkt im klassischen Brauchwasserspeicher bevorratet und auf Temperatur gehalten.
- Einfach, günstig, bewährt
- Hygienisch sensibler (Standwasser)
Kosten-Nutzen & Dimensionierung
Eine leichte Überdimensionierung (z.B. 500L statt 300L) ist bei WP sinnvoll, da Controme den Speicher bei günstigen Strompreisen „überheizen“ kann. Controme empfiehlt jedoch nicht, unverhältnismäßig viel Geld in spezielle Warmwassertechnik zu investieren:
Warmwasser macht im EFH nur ca. 10–20% der Energiekosten aus. Komplexe Warmwassertechnik ist deutlich teurer als konventionell. Der enorme Mehrpreis steht meist in keinem guten Verhältnis zum Nutzen. Das Geld ist deutlich besser in einer WP investiert, die eine Nummer größer ist, oder in einem größeren, aber einfachen (günstigen) Heizungs-Pufferspeicher – hier bekommen Sie „viel mehr Volumen fürs Geld“.